"Das Uni Leben in zwei fremden Städten, in einem fremden Land und das alles neun und zwölf Stunden von zu Hause entfernt"

Mittwoch, 29. April 2009

Lernen lernen


Ähnliche Farbe und gleiches Modell. Dies ist aber nicht unser Auto sondern ein Foto aus dem Internet.

Endlich beginnt der amerikanische Traum: wir sind jetzt frei und können überall hin, wo wir hin wollen! Ja, wir haben ein Auto gekauft. Es ist blau und hat ein weißes Dach (also mal was anderes).

Wir haben den Wagen für 3.000 Dollar bekommen. „Was??? 3.000 Dollar?! Ist das nicht etwas übertrieben?!“, werden jetzt wohl einige fragen. Ich antworte "NEIN!"
Das Geld ist gut angelegt, schließlich wollen wir den Wagen ja, nachdem wir irgendwann diese wunderschöne Stadt wieder verlassen, wieder verkaufen. Hätten wir einen Wagen für 1.500 Dollar gekauft, wäre es schwer gewesen diesen wieder los zu werden. Wir sehen ja gerade das Dilemma der zahlreichen Leute, die ihr Auto verkaufen wollen/müssen, weil sie im Mai nach Hause fahren und es nicht wirklich loswerden.

Dass wir genau diesen Wagen wollten, war ja eigentlich schon seit letzter Woche klar. Wir könnten jetzt alleine ein Buch darüber schreiben wie schwer es ist als Deutscher U25 überhaupt mehr Geld als $200 zu bekommen. Auch nachdem angeblich die genannte Summe von der DBank freigegeben worden war, bekamen wir -warum auch immer- nicht den gewünschten Geldbetrag. Und da der Händler nach der Devise "nur Bares ist Wahres" arbeitet, konnten wir ihm keine für uns bequeme Überweisung anbieten. Jana und ich haben uns schon ein bisschen wie Asterix und Obelix (Jana: ich möchte Asterix sein) gefühlt, die in einem römischen Amt fast wahnsinnig geworden wären, weil sie ständig von A nach B geschickt wurden.
Das Ende vom Lied: wir kamen irgendwann auf die dumme (letztlich aber gar nicht dumme) Idee einfach mal zu versuchen, drei mal $800 und einmal $600 per EC Karte an EINEM Bankautomaten direkt nacheinander abzuheben. Es hat tatsächlich geklappt!!! Bei der Bank of America wollten die uns am Schalter (!!!) keine 3.000 Dollar geben, aber an dem Automaten hat es geklappt. Ein wenig verwirrend, komisch und sinnfrei ist das Ganze schon.
Ärgerlich war nur, dass der Automat nur 20 Dollar Scheine ausspuckt (=150 Scheine). Wir hätten also besser einen Koffer mitnehmen solle :-)
Das Umtauschen in größere Scheine hat dann wiederum am Schalter auch reibungslos geklappt.

Die Deutsche Bank. Machen gerade einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro und schaffen es nicht, dass ich an mein Geld, was auf meinem Konto ist, herankomme.

Also der Wagen steht vor der Tür. Jetzt brauchen wir noch eine Versicherung und ein GPS. Den Versicherungsvertrag werden wir morgen früh unterschreiben und auf Amazon.com bin ich schon fleißig auf der Suche nach einem Navi, das amerikanische und europäische Strecken im System hat.
Zu unserer Versicherung sei noch gesagt, dass Jana ein richtig guter Teppichhändler ist. Wir haben den Wagen ja schon für 500 Dollar weniger bekommen und auch bei der Versicherung haben wir bzw. Jana noch ordentlich was rausgeholt. Meine kleine Jana kann niemand so schnell verarschen!!!

ANDERE LÄNDER ANDERE SITTEN

Niemand, der hier diesen Blog liest, kennt mich aus der Schule. Okay, Julia, DU schon, aber da war ich noch klein und süß (Jana: was ist an der Meerscheinchen-Geschichte süß??). Habe leider hier und jetzt keine Fotos, die das belegen.

Nein, ich war bestimmt kein einfacher Schüler und habe mit Vorliebe Mist gebaut. Was im Vergleich teilweise hier abgeht, dagegen bin ich ein Waisenknabe.

Die japanischen Männer/Jungs schlafen regelmäßig in der Stunde ein. Es ist wirklich so: mindestens ein Japaner schläft immer. Auch wenn es den Unterricht nicht weiter stört, finde ich es persönlich ein totales Unding. Das ist eine Respektlosigkeit hoch zehn und gehört meiner Meinung nach bestraft. Am besten "bekommt" man die Leute hier, in dem die Lehrer sie als "abwesend" aufschreiben. Schließlich muss jeder Student 80 Prozent des gesamten Unterrichts anwesend sein (bezieht sich nicht auf einen Tag oder Monat, sondern auf die gesamte Aufenthaltsdauer). Unterschreitet man diese magische Linie gibt es Konsequenzen, die in letzter Instanz dazu führen, dass man kein Zeugnis erhält oder nach Hause geschickt wird.

Ein weiteres großes Ärgernis sind die Belgier und auch die Franzosen. Die Herr(und Frau)schaften aus diesen Ländern sind DIE Partymacher schlechthin, vor allem die französischen Frauen haben hier einen ganz besonderen Ruf.

Es sei dazu nur soviel gesagt, es hat schon einen Grund warum eine Sexualpraktik nach deren Sprache benannt worden ist. (Kommentar von Jana: hm, "griechisch" gibt es doch auch, nä Mela?) >>>Ich schweife vom Thema ab<<<. Das kann mir ja alles wirklich egal sein und ist es eigentlich auch, nur leider beschränken sich die Aktivitäten der meisten Staatsangehörigen aus diesen Ländern auf die Nacht.
Während der Schulzeit kommen sie meistens erst eine halbe Stunde später in den Unterrichtsraum, verlassen diesen danach mehr oder weniger kurzzeitig wieder, um sich letztlich mit ihren gleichsprachigen Mitschülern angeregt und lauthals zu unterhalten. Ich muss wirklich sagen, das nervt mich richtig. Die meisten von denen sind grade mal 20 Jahre alt, aber es ist ein Unding wie die sich aufführen. Man kann jetzt die berechtigte Frage stellen, warum die überhaupt hier sind, wenn die nichts lernen wollen? Dazu sei gesagt, dass Franzosen und Belgier den Aufenthalt hier vom Staat bezahlt bekommen, weil bei denen im Heimatland der Englischunterricht zu kurz kommt! Man sitzt also in der Klasse und eine halbe Stunde später kommen zwei Franzosen, legen ihre Sachen hin und gehen wieder raus. Nach 10min kommen sie wieder, unterhalten sich lautstark und haben natürlich die Hausaufgaben nicht gemacht. So sieht der Unterricht mit denen aus. Nicht jede Stunde ist eine absolute Katastrophe, aber man könnte schneller arbeiten, wenn es nicht so wäre wie jetzt.

Nächste Woche habe ich ein Gespräch mit meiner Mentorin, sie arbeitet in der Direktion. Ich werde diesen Punkt ansprechen und es wird natürlich nichts passieren. Danach schicke ich eine E-Mail an EF Deutschland und es wird wieder nichts passieren, außer dass es ein Riesen „TamTam“ geben wird, dass ich mich an EF Deutschland gwendet habe (mag der Schulleiter überhaupt nicht). Dann habe ich wenigstens das Gefühl, dass ich versucht habe, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Das "französische Problem" betrifft mich zum Glück nur in den Nebenfächern. Im meinem Hauptfach sind außerordentlich viele die wirklich hier sind, um etwas zu lernen. Zum Abschluss sei gesagt, dass auch die meisten Japaner hier sind, um weiter zu kommen. Deren Sprachbarriere ist allerdings so groß, dass man sie einfach nicht versteht, egal wie gut sie die Grammatik können.

Short Cuts


Vielleicht ist es einigen schon aufgefallen: manchmal haben wir eine Temperaturanzeige auf unserem Blog und manchmal nicht. Bis jetzt habe ich noch kein Tool gefunden, das wirklich zuverlässig ist. Ich arbeite aber dran etwas zu finden, welches euch im Spätsommer neidisch werden lässt.

Ich habe heute einen Sonnenbrand bekommen. Ist eigentlich nicht interessant aber ich hoffe jetzt, dass ich endlich ein bisschen mehr braun werde. (Jana: so wie ich :-) )
Eigentlich müsste ich das aber gar nicht. Andauernd werde ich von den Amis auf Spanisch angequatscht, weil sie denken, ich sei Spanier oder Mexikaner. Ich weiß noch nicht ob ich das gut oder schlecht finden soll?!

Meine Fußballmannschaft, in der ich bis zum Winter gespielt habe, steigt ab. Das macht mich ziemlich traurig. Ohne mich im Tor haben die gerade mal 5 Punkte geholt! Außerdem wurde der Trainer entlassen. Cliff ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute.

Am Wochenende fahren wir nach LA und besuchen dort meine Schwester, ich bin mal gespannt wie es dort so ist. Bisher habe ich von den Leuten, die bereits da waren überwiegend Negatives über die Stadt gehört. Wir werden uns aber unser eigenes Bild machen.

Ich möchte mich ganz herzlich bei unserer ersten regelmäßigen Leserin, "SteffiHexe", bedanken, dass sie sich bei uns angemeldet hat. Finde es klasse, dass du dich für uns interessierst. Auch wenn der Eintrag heute mehr emotional als unterhaltend ist.

Letztes Thema für heute die "Swine flu"



Endlich weiß man wie es soweit kommen konnte.

Hier auf diesem Foto seht ihr einen blonden, etwa vierzig Jährigen Mexikaner, der eine sehr körperliche Beziehung zu seinem Hausschwein führt.

Nein mal im Ernst. Was in den deutschen Medien schon wieder abgeht, ist der Oberhammer. Wir müssen uns ja schon fast als Todgeweihte hier fühlen, weil wir an der Grenze zum verseuchten Land wohnen. Hier bleiben mittlerweile alle ganz cool. Angeblich sollen aus Sorge vor der Grippe -ich betone GRIPPE- zwei Studenten von hier abgereist sein. Das wars dann aber auch schon.

Jana und ich wir werden weiterhin um unser Überleben kämpfen.

Bis demnächst.

1 Kommentar:

  1. Schönes kleines Auto und ich finde den Preis auch okay, somit findet Ihr hinterher bestimmt auch wieder einen Abnehmer!
    Wau, ich bin überraschend was Du für einen Einsatz bringen kannst, wenn Du etwas lernen möchtest! Toll, dann hat sich die Mühe gelohnt!
    Auch mir stellt sich die Frage, warum sind sie überhaupt da, vielleicht um Spaß zuhaben und SD ist ja auch ganz nett, oder!
    Das Thema Grippe ist zwar in allen Nachrichten enthalten, wird aber schon abgeschwächt und auch die erste Kritik geht Richtung Presse, dass es zu sehr aufgebauscht wird!
    Schön, dass es mit dem Auto geklappt hat!
    Ich wünsche Euch Drei ein super schönes, sonniges Wochenende und meldet Euch Sonntag am Geburtstag mal!Freue mich für Euch!
    Liebe Grüße, bin in Gedanken bei Euch
    Homay

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