"Das Uni Leben in zwei fremden Städten, in einem fremden Land und das alles neun und zwölf Stunden von zu Hause entfernt"

Dienstag, 7. Juli 2009

Aloha! Oder „Wie geil ist das denn bitte?“



Hui, es ist 01:15Uhr und ich saß gerade mit dem iPod meiner kolumbianischen Freundin, Ana Maria, auf meinem Balkon in dieser sternenklaren, lauen Sommernacht. Die spanischen Rhythmen, meine geliebten „Red Hot Chili Peppers“, die klassischen Lieder von „Metallica“ und eben sogar „Tokio Hotel“ (!!) motivierten mich und meine emotionale Seite euch jetzt noch zu schreiben. Endlich?!


Es wird Zeit euch an meinem Glück und meiner Zufriedenheit Teil haben zu lassen. Es ist noch immer unfassbar, dass ich einen Abschnitt meines Lebens an diesem paradiesischen Fleckchen dieser Erde verbringen darf (ein einfaches und doch so viel bedeutendes „DANKE“ drückt es nicht aus, Mami und Papi).


Zugegeben, die ersten Tage nach dem Abschied von Steven waren hart und härter, vielleicht nahezu am härtesten (aber da war ich ja auch nie surfen…wartet ab!).

Auch wenn ich den wie für mich geschaffenen Platz erreicht hatte, überwog das Gefühl der Einsamkeit. An dieser Stelle mal ein dickes „DANKE“ an meine Mela, die mir wirklich jeden Tag eine email schickt und immer für mich da ist. Du und auch noch ein paar andere haben mir die Eingewöhnungstage durch einfaches „Da-sein-aus-der-Ferne“ spürbar erleichtert.


Auch wenn ich nun wirklich kein schüchterner Mensch bin, ist es schwierig, Menschen zu finden, mit denen ich gern zusammen bin und meine Gedanken teile. Das mag auch der einzige anzumerkende negative Aspekt sein: Anders als in San Diego befinden sich hier überwiegend Kurzzeit-Studenten, deren Aufenthalt durchschnittlich auf 3 Wochen begrenzt ist. Ein stetiges „Hallo“ und „Tschüß“ begleitet mich auf dieser Passage meines Lebensweges und lässt die Bekanntschaften nicht allzu tief gehen. Aber ich habe festgestellt, dass ich hier nicht viel benötige um glücklich zu sein…


Es sind die Wellen, Musik, der Sonnenschein, ein gut gewachstes Board (und wenige andere nicht weiter erwähnenswerte Dinge)!


Meine neue absolute Leidenschaft, der ich mich voll hingebe, ist das SURFEN!

Mag ortsspezifisch klischeehaft klingen und das Image bestätigen, aber Surfen ist hier eben kein cooler Trend, dem jeder nachgeht, der hip sein will. Surfen ist viel mehr als das. Surfen ist ein Gefühl;

der Inbegriff von Spaß, Geschwindigkeit, Balance, Abwechslung, Ausdauer, Muskelkraft, Geschicklichkeit… es erfüllt dich mit einem Gefühl der Glückseligkeit und endet nach dem ersten Erfolgserlebnis in einer fordernden Sucht.

Also, entsprechend dieser tiefgehenden Liebe zu dieser Aktivität könnt ihr euch vorstellen wie meine Freizeitgestaltung aussieht :-)


Leider bin ich nicht so flexibel, da ich mich an die Öffnungszeiten des Boards-Verleihs halten muss. Ich habe mir schon ein wunderschönes eigenes Board ausgeschaut, aber erstmal erprobe ich das vertrautere Umgehen mit dem Board bis ich dann eventuell ein gebrauchtes eigenes erwerbe. Noch stehe ich nämlich –wenn überhaupt- auf einem (Anfänger-)Longboard… (Wie ihr merkt könnte ich zu diesem Thema noch weiter ins Detail gehen, aber ich wollte mich entsprechend euren Wünschen kürzer fassen.)


Hawai’i ist eine Inselgruppe, bestehend aus mehr als hundert Inseln, ich lebe auf einer der acht größten. Die Insel heißt O’ahu und ist flächenmäßig, landschaftlich und gefühldmäßig (I love Mallorca) mit Mallorca zu vergleichen.

Meine Residence befindet sich direkt im Touristencenter Honolulus in Waikiki Beach, 4 min. Gehweg vom Strand entfernt. Um mich herum sind unzählige Shops, alle ohne Ausnahme unerschwinglich teuer (meine erste Begegnung mit den horrenden Preisen an meinem Ankunftstag: Shampoo, Spülung und Duschgel sollten mich 27 Dollar kosten, Milch 9 Dollar), aber hochgradig zum Shoppen verführend. Doch man glaubt es kaum, ich habe mich bisher nicht an einen Ladentisch der Extraklasse gewagt, wie auch wenn einfache überlebenswichtige Dinge zu Luxusgütern werden? Schwer fällt es mir, aber ich habe ja das Surfen! :-)


Um ehrlich zu sein, habe ich vier Menschen meine andauernde happiness und Zufriedenheit zu verdanken: Julia, Curdin, Cristina und Christian (v.l.n.r.). Ihre Anwesenheit hat mich durch und durch mit Spaß und Freude erfüllt und ich hatte eine unvergessliche Zeit. Neben intensive-family-Mallorca, Ilkas und meinem Thailandaufenthalt und der Karibikreise mit Steven war es eine der schönsten und intensivsten Wochen meines Lebens. Wir waren eine Woche Tag und Nacht zusammen und haben viel unternommen, Tage wie Nächte wurden zu Highlights. Worte können manchmal nicht beschreiben, was Momentaufnahmen ausdrücken (und Erinnerungen festhalten):

























































































































































Pearl Harbour (@Motzi: bleib ruhig!), eine Inselerkundung, BBQ am Strand, unser 1. Mal Surfen, Balkonmeetings mit hässlichen Drinks, ein polynesisches Event, schreckliche, schiefe Gesänge, das Erlernen schwiezerdütscher und hochdeutscher Redewendungen und sternenklare Nächte am Strand waren unter anderem Bestand dieser memorable time.


Mahalo guys!


By the way: Curdin fand es so schön, dass er sich gleich am darauf folgenden Tag back in San Diego eine hawaiian-typische Hibiskusblüte auf den Oberarm stechen ließ. Das Tattoo ist übrigens extrem wasserfest :-) also kann er damit auch surfen :-)


Eine Woche währte der Aufenthalt der San-Diego-Bekanntschaten und erneut war ein Abschied tränenreich. Was einen nicht umbringt, macht einen nur noch stärker. Oder wie war das? Was bleibt? Das Surfen :-)


Und die Vorfreude auf den nächsten Besucher!...im September! Finally!


Ein paar Worte zur Schule: die Schulräume befinden sich im 11. Stock mit einem traumhaften Blick auf den Pazifik. Im Juni haben wir das 1-jährige Bestehen der Schule gefeiert und ja, es ist alles noch neu und hübsch. In unserer student lounge mit der ganzflächigen Gläserfront haben wir einen Billardtisch, einen Riesenflatscreen, eine Wii und Lümmelsofas. Die Lehrer sind überwiegend hoch motiviert und all die Regeln, die in San Diego verkündet wurden, werden hier eingehalten. Sehr streng, was ja auch von Vorteil ist, aber manchmal bin ich schon etwas schulmüde, gerade wenn es heißt dienstags und donnerstags den Strand aus den stark unterkühlten Unterrichtsräumen zu beobachten. Aber worauf ich mich selbst dann noch freue: auf das Surfen :-)


Wenn ich eine Redewendung finden solle, die momentan am meisten auf die Situation passt, dann wäre es „Teurer Spaß“!!! (Was noch besser passt, ist die Alliteration „Surfen-statt-Studieren“ :-))

Nee, im Ernst, wenn das Leben hier nicht so unverschämt teuer wäre, dann würde ich hier bleiben wollen, zumindest bis zu unserem geplanten Ende im Dezember. Denn Spaß ist es hier allemal, aber eben leider auch das vorangehende Adjektiv. Ich spreche nun auch wirklich fast nur noch Englisch, außer mit unserem Activity-Typi, der auf Hawai’i geboren wurde, dessen Vater Deutscher, seine Mutter Japanerin ist und welcher fließend englisch, deutsch, japanisch und französisch spricht! Not that bad!! But not as good as surfin’ :-)


Oh, der ersehnte Independence Day war nahezu ein normaler Feiertag, es wurde ein wenig geböllert und typisch amerikanische Songs wie "Born in the USA", "America", Proud being an American", "American boy", etc waren überall neben den unzähligen Grills zu hören. Den Abend krönte ein 20-minütuges Megafeuerwerk, typisch amerikanisch: the bigger the better! Wäre in trauter 2-samkeit noch besser gewesen.


Meine Haut-und Haarfarbe haben übrigens getauscht, Haare sind jetzt hell, Haut dunkel.


Eine Sache noch: Ich teile mir ein wirklich kleines Zimmerchen mit einer 34-Jährigen aus Hong Kong. Sie ist wirklich immer im Zimmer und wenn ich sage immer, dann meine ich IMMER IMMER! Egal ob morgens, mittags, abends nach der Schule findet sie nur den einen Weg… , der direkt ins Zimmer führt. Also werde ich bald das Wort Privatsspähre viel mehr zu schätzen wissen. Sie ist VORNE HERUM wirklich sehr freundlich, wie man es kennt. Dauerlächeln, hilfsbereit und immer nett. Leider sind wir doch sehr unterschiedliche Menschen und sie ist mit meinem Lebensstil wohl nicht so ganz einverstanden. Sie könnte Mutter, Lehrerin, Vollzugsbeamte, Oberfeldwebel und Entzugshilfe in einer Person sein. Ich wurde in meinem ganzen Leben noch nicht derart kontrolliert. Und während für sie unsere Klimaanlage ein Dorn im Auge ist, sehne ich mich nach 2 Minuten Ventilator. Das wäre schon was. Die Vorhänge, die ich sobald sie aus dem Raum ist aufreiße, schließt sie als erstes wenn sie nach dem Unterricht das Zimmer betritt. So schafft sie Tag für Tag künstlich Nacht. Und was sie sich schon morgens um 9h hässlich stinkendes zu Essen zu bereitet, das würde ich nicht mal die Toilette herunter spülen. Gute Düfte sind nur in meinem Kleiderschrank und unter der Dusche vorzufinden. Aber sonst ist sie echt super :-)


Es gibt so vieles mehr, wovon ich berichten könnte. Wenn ihr spezielle Fragen habt, immer raus damit.


Aber nun schlafe ich erstmal, den Erinnerungen zu „America“ von Razorlight folgend, ein.


Aloha, Jana



7 Kommentare:

  1. Wie schön zu hören, dass es dir auch ohne Steven gut geht und du dich in diesem Paradies wohl fühlst !!!
    Whitney - surf für mich mit und schick ein bisschen Wärme hier rüber ..
    :-*

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  2. Ich bekomme grade fernweh;). Der Flug ist gebucht und ich freu mich schon auf dein Paradies.ILY

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  3. Liebe Jana, liebe Steven,

    Zeit, dass auch wir mal wieder einen Eintrag für Euch hinterlassen! Beide Einträge sind sehr spannend und unterhaltsam gewesen. Es ist schön zu wissen, dass es Euch beiden gut geht, Ihr Euch beide wohl fühlt und Euch den Gegebenheiten angepasst habt. Essenstechnisch ist Jana, unsere Früchtevertilgerin, nun sicherlich besser dran als Steven ABER HJ tüftelt schon in Gedanken an der Essensauswahl für die Heimkehrer im Dezember! Somit werden wir uns alle dann ins neue Jahr kugeln müssen.
    Hier ist soweit alles entspannt. Es ist nicht mehr ganz so heiß aber immer noch so schön, dass man auch abends mal entspannt draußen sitzen kann. Samstag ist dann Schlagermove, dem wir ja nun leider alleine zu zweit beiwohnen werden aber wir werden Euch würdig vertreten. Mal sehen, dass wir Euch hinterher mal ein Photo schicken können.
    Kaum wieder hier zählen wir auch schon die Tage (leider noch Wochen), bis es nach Malle auf die Finca geht...Urlaub kann man ja bekanntlich nicht genug haben!
    Eure Photos lassen uns Leser Euch irgendwie noch ein bisschen näher sein - macht wirklich sehr viel Spaß! Und wenn wir dann irgendwann computertechnisch auch wieder ein Tönchen von uns geben können, wäre es dann auch mal an der Zeit zu skypen. Wir kümmern uns...:-)!
    In diesem Sinne drücken wir 2 Euch 2 ganz fest und sind in Gedanken immer bei Euch!
    Lieben Gruß,
    Christina & Hans-Jürgen

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  4. Hallo Ihr Zwei,
    super schöne Fotos, da kann man sich gut vorstellen, dass es Euch gut geht!
    Das Wetter bei uns ist ja leider etwas unbeständig, mal Sonne, mal Regen, aber besser als im letzten Jahr! In 2 W. findet der Triathlon statt, hoffentlich ist das Wetter dann besser, im Regen macht es keinen Spaß! Im nächsten Jahr ist Jana, hoffentlich auch wieder dabei! Wer weiß vielleicht kann Steven sich ja auch begeistern, wenn er jetzt schon ins Fitnesscenter geht....
    Essenstechnisch gibt es bestimmmt, den einen oder anderen Highlight, wenn Ihr wieder da seit! Jeder wird sein Bestes geben!
    Nächste Woche zieht Abi für 5 Tage bei uns ein und danach dann die zwei Kanadier!
    Ich werde berichten!
    Euch Beiden bis dahin weiterhin schöne Tage und viele interessante Einträge und natürlich viele schöne Fotos!
    Liebe Grüße
    Homay

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  5. Whoooaaa was soll ich sagen ausser: NEEEEEEID PUR! So schlimm es klingen mag, denn mir ging es ja nun nicht wirklich schlecht die letzten 9 Monate, aber das Paradies hatte ich nich vor der Nase. Also hoffe ich einfach das ich es in meinem Leben am besten in den naechsten 10 Jahren noch mal schaffe ins Paradies zu reisen... na ja dafuer muss nur noch mal der richtige Job her. Sollte ich mir wohl doch was neues ueberlegen denn mit in der Medien Branche arebiten wird das wohl nix^^
    Sooo ich freu mich das es dir so gut geht... hab ja grad erst mit dir geschrieben aber wie gesagt schoooeeeennnnn :)

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  6. Lieber Steven, liebste Kleine!

    Die zwei Blogeinträge sind wirklich gut und die Fotos fantastisch!!!!!
    MEHR davon wären sooooooooo schön und bringen Euch ein Stück näher an „good old germany“.
    Der Abschied am Flughafen Hbg. liegt gefühlsmäßig noch nicht drei Monate zurück, aber gerade durch die Fotos bekommt das Gefühl „vermissen“ eine stetig wachsende, schmerzhafte Kraft.
    Die Vorfreude auf das kommende Weihnachtsfest steigt, aber nach unserem Telefonat gestern, frage ich mich, ob es Dein Terminkalender zulässt, Dich länger als ein paar Stunden in der Großfamilie willkommen zu heißen;-)! Wird es wohl für Raclette reichen???? ;-)
    Für die nächsten Tage wünsche Ich Dir Steven mindestens ein 300 g Steak und Dir mein Rind weiterhin teuren Spaß im Paradies! Schön, dass Du so glücklich bist……
    Mela

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  7. Hallo Bella,

    wie kommt deine mum auf die Insel? Da es mit
    dem Flieger nicht geht, muss sie wohl per Surfbrett zu dir kommem:-)) sie war schliesslich früher mal Surfmeisterin!! Du erbst aber auch alles SPORTLICHE von ihr, unglaublich.
    Leider muss sie immer bei " IHM " bleiben und ihr könnt jederzeit gehen (kleine Insider)...

    Nun zu diesen schönen Fotos - echt klasse , nein traumhaft.
    Es erstaunt mich, dass du dich in soooo kurzer Zeit so verändert hast, ich merke und spüre das auch bei jedem unserer Gespräche. Ich habe ein junges "Mädchen" weggehen-sehen und höre und sehe eine junge Frau, die auf dem Weg ist zu wissen, was sie will. Die vielen Tränen haben dir einen neuen Weg geebnet und die vielen neuen Eindrücke sowie das Kennenlernen verschiedener Nationalitäten und das ALLEIN-Durchkämpfen haben dich gestärkt. Ich freue mich darüber - darauf kannst du stolz sein.
    Es hat mich heute bei unserem Telefonat sehr glücklich gemacht, dich trotz des hohen Fiebers und der Erkältung so herzhaft lachen zu hören. Du kannst schon sehr gut englisch sprechen, wenn auch -wie immer- sprichst du sehr schnell. Das ist wohl auch typisch für die Amerikaner. Hoffentlich bleiben deine Füsse - dank der "billigen Creme" von nur 280 Dollar- so zart und geschmeidig. Wenn du nächsten Monat nur die Hälfte ißt, dann kannst du sie dir kaufen ohne mit dem Kosmetiker auszugehen:-)) kleiner Scherz
    Es liebt - grüßt und küßt dich
    Deine Mami
    PS Dein Papi grüßt, küßt und liebt dich auch

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