"Das Uni Leben in zwei fremden Städten, in einem fremden Land und das alles neun und zwölf Stunden von zu Hause entfernt"

Dienstag, 9. Juni 2009

Zwischenfazit

Heute ist schon der 09.06.2009. Klingt komisch ist aber so. Wir sind vor fast genau zwei Monaten losgeflogen und haben jetzt fast genau noch sechs Monate vor uns. Es wird also mal Zeit, ein Fazit für das erste Viertel unserer Reise zu ziehen.

Da unser erster Schulblog seit letztem Freitag zu Ende ist und wir für diese ersten acht Wochen ein Zeugnis erhalten, möchten wir es EF gleich tun und die Organisation mit einer Art Zeugnis beurteilen. Los geht’s…



Englisch


Unser Hauptfach! Oder: der Grund, warum wir hier sind, das worum es sich hauptsächlich dreht. Man soll ja ins kalte Wasser geschmissen werden, damit man etwas lernt und genau so ist es uns gleich von Anfang an ergangen.

Natürlich passt das nicht ganz, schließlich sind wir beide dreizehn Jahre zur Schule gegangen (Jana sogar vierzehn) - von Anfängern kann man also nun wirklich nicht sprechen. Wenn man aber erstmal hier ist, merkt man recht schnell was der Unterschied zwischen „native speakern“ und unserem Schulenglisch ist. Unser "kaltes Wasser" war unser verpasster Anschlussflug und die darauf folgenden Diskussion mit der Mitarbeiterin von Continental.
Wie erklärt man einer typischen Amerikanerin, dass wir unser Flugzeug grade verpasst haben und wir ja rein gar nichts dafür können? Was heißt eigentlich verpassen auf englisch??? Okay, mittlerweile wissen wir es wieder oder besser gesagt, damals wussten wir es auch, aber es war verschüttet in unserem Gedächtnis.


Was passiert in Stresssituationen? Man schüttet Adrenalin aus und der Körper ist im Stande für einen gewissen Zeitraum mehr zu leisten als eigentlich üblich. Genau so kann man unsere Anfangszeit mit der englischen Sprache vergleichen. Wir wurden aufgeschreckt und haben in den ersten Wochen soviel versucht aufzusaugen wie es nur geht. Wir saßen drei/vier Stunden täglich an den Hausaufgaben und haben wie verrück gelernt.


Nach dem Adrenalinschub fühlt man sich müde und so ging es uns nach ca. 4-5 Wochen. Müde.. Nicht weil wir keine Lust mehr hatten, sondern weil wir unzufrieden waren.

Hier auf dem Campus leben so viele verschieden Nationen, so viele verschiedene Akzente, aber bei einem sind wir alle gleich, wir machen Fehler beim Sprechen und NIEMAND KORRIGIERT uns.

Es ist super sich zu unterhalten, aber man muss auch dazu lernen und eben dieses Gefühl hatten wir nicht. Wir sind grade in einer Phase, in der die Blockade des einfach-drauflos-Sprechens langsam bröckelt und wir keine Scheu haben auch einfach locker mit Amis zu talken. Diesen Fortschritt haben wir unseren Campusmitbewohnern zu verdanken, mit ihnen können wir „üben“. Jetzt wird es aber langsam Zeit auch ordentlich zu plaudern. Heißt in den richtigen „Zeiten“ und allem was dazu gehört. Hierbei können uns unsere ausländischen Freunde nur sekundär helfen. Wir müssen viel mehr mit Amis in Kontakt kommen und das ist das Ziel für die nächsten Monate.


Note Jana A-


Von Anfang immer vorne mit dabei. Ohne Sie würde ich wahrscheinlich wie im Film „Terminal“ immer noch auf dem Flughafen wohnen und mein Geld mit Kofferwagenschieben verdienen. Sie lernt wirklich viel und wird von den Mitschülern manchmal schon etwas argwöhnisch angeschaut, wenn sie mal wieder als einzige ihre Hausaufgaben gemacht hat. Außerdem spricht sie wirklich schon recht gutes Englisch. (Das Minus, weil man muss sich ja noch verbessern können.)



Note Steven B


Es ist einfach so, dass ich so lange nicht mehr sprechen musste und grade am Anfang habe ich mich echt zurück gehalten. Es ist aber schon wirklich besser geworden. Das, was mir am meisten zu schaffen macht, ist die Grammatik. Warum sollte es im Englischen anders sein als im Deutschen?! Geschichten konnte ich ja schon immer ganz gut erzählen



Unterricht


Jana hat die Unterrichtsfächer Englisch, Psychologie und Grammatik


Mit ihrem Englischlehrer ist sie im letzten Blog zufrieden gewesen. Der Kerl führt sich zwar immer auf, als würde er am Broadway Schauspielunterricht geben, aber so sind die Stunden abwechslungsreich und kurzweilig. Dazu muss man sagen, dass wir hier in den acht Monaten drei Unterrichtsblöcke haben. Nach jedem Block wird der Schwierigkeitsgrad deutlich angehoben und wir erhalten neue Lehrer.


Frau Langbein liebt ja die Psychologie, sie ist ja auch ohne Studienabschluss bereits immer ganz fleißig dabei Menschen (ganz besonders mich) zu analysieren. Sie liebt diesen Unterricht und ihr Lehrer ist auch ein klasse Kerl.


Über Grammatik redet sie nicht so häufig, am besten schreibt sie selber vielleicht noch mal später was dazu.


Note für den Unterricht von Jana: B+



Meine Unterrichtsfächer: Englisch, Musik und Business


Mein Englischlehrer ist ein alter Kriegsveteran, der Schweizer Wurzeln haben muss, weil er immer so langsam redet. Wir könnten mehr lernen bei ihm, aber er ist wie er ist. Auch der Grammatikunterricht kommt immer zu kurz. Wir lernen zwar Grammatik, aber das ist meisten immer so wischiwaschi. Aber auch er hat seinen Unterricht vielseitig gestaltet.


Musik: Naja, es ist wirklich schwer komplett zu verstehen beispielsweise "Starway to heaven", welches wir im Unterricht durchgenommen haben. Ab nächster Woche werde ich aber das Unterrichtsfach "advanced writing" besuchen, das bringt mir hoffentlich mehr.


Business: Mein Lieblingsfach! Übrigens wird das Fach von dem gleichen Lehrer wie Janas Psycho-Kurs unterrichtet. Wir machen interessante Dinge, wie zum Beispiel letzte Woche, als wir in 4er-Gruppen ein Unternehmen simuliert haben, welches komplett umstrukturiert wird mit allem Drum und Dran (Massenentlassungen). Zwei Leute haben die Unternehmerseite und zwei die Arbeitgeberseite dargestellt und wir mussten unsere Vorgehensweise erklären und erläutern. Wirklich anspruchsvoll!


Note für den Unterricht von Steven: B (wegen Business)



Der Campus


Jana und ich mögen diesen Campus wirklich sehr. Unsere Unterkünfte sind nicht ganz das Wahre (unter dt. Jugendherbergen-Niveau), aber wenigstens haben wir einen Fernseher und es ist alles sauber.

Unser Campus bietet Möglichkeiten zum Sport treiben wie montags Basketball oder ab und an Fußball. Wir haben zwei Pools, die meistens sauber sind. Auf diesem Campus kann man für eine begrenzte Zeit leben und ich glaube es hilft auch nicht mehr so materiell zu denken, denn man muss hier aus wenig viel machen. Leider funktioniert das Internet nicht immer (besonders schlecht ist es momentan bei Jana) und wir haben keine KÜCHE!!! All in all ist unser Campus aber an sich schön.


Note für den Campus/Zimmer: C (Weil die Zimmer echt schlecht sind)



Essen


Wir haben ja keine KÜCHE!!! Deswegen muss es ja eine Kantine geben. Viele (oder besser gesagt fast alle) meckern immer über das Essen, das ist bei uns beiden anders. Wir finden das Essen nicht schlecht. Morgens kann man verschiedene Ei-Variationen mit Bacon, Joghurt oder ähnliches essen. Mittags, for lunch-time, gibt es die Möglichkeit Burger zu „naschen“ oder drei verschiedene Gerichte zu essen. Außerdem haben wir eine Salatbar und frisches Obst (zu Janas Übel immer sehr, sehr schnell vergriffen). Wir haben eine Sandwichtheke mit verschiedenem Aufschnitt. Desweiteren haben wir fünf verschiedene Sorten von Cornflakes im Angebot. Abends ist das essen relativ ähnlich jedoch gibt es keine Burger.

Der Nachteil an der Kantine: Abends gibt es essen zwischen 17 und 18:30. Von zu Hause sind wir es gewohnt frühstens um 20:00 Uhr zu speisen. Jana hat spätestens ab 22:00 Uhr hier immer hunger und stopft sich manchmal mit komischem Zeug voll (fat free Snyders Pretzle). Außerdem gibt es am Wochenende immer nur zwei Mahlzeiten und das Essen ist wesentlich schlechter als während der Woche.

Das Essen außerhalb des Campus ist leider meist typisch amerikanisch. Überall -weit und breit- kann man offensichtlich nur Fastfood essen. Leider muss man nach guten Restaurants lange suchen. Wir hoffen, dass wir aber noch was geeignetes finden. Absoluter Tipp: Panda Express. Dort kann man sich sein asiatisches Essen selber zusammenstellen und obwohl das Essen auch Fastfood ist, schmeckt es super lecker. Wir freuen uns aber schon auf zu Hause, wenn es wieder überall leckeres Essen gibt. Besonders bei unseren ELTERN.


Note Essen: B+ (Wir haben aber die Befürchtung die Tendenz geht eher gegen B o. B-)



Die(se) Menschen


Es sind so viele und vor allem sind sie alle so unterschiedlich. Wir haben hier schon sehr nette Leute kennengelernt. Zu allererst natürlich


CHRISTIAN (!!!)


, der leider letzten Samstag abgereist ist. Oder Giovanni (Italien) und Andres (Spanien), die auch vergangene Woche abreisten oder auch Alex (fährt nächste Woche), Flavia (Italien - verlässt uns übernächste Woche)… Ich hoffe, ihr erkennt die Tendenz. Aber es bleiben auch noch nette Leute mit uns hier z.B. Fabio (Schweiz), Akiko (Japan), Raphaela (Brasilien) und ein paar mehr. Mit den meisten Leuten hier können wir aber nichts anfangen. Meine beiden Mitbewohner saufen sich jeden Abend ihre grauen Zellen weg (diese Problematik haben wir ja bereits angesprochen). Sehr viele Leute haben den Campus letzte Woche verlassen und wir hoffen es kommen jetzt mal ein paar Anständigere. Mit wem ich mich in den letzten Wochen immer besser verstehe, sind die Japaner. Aufgrund der Vorurteile, denkt man, dass die so schüchtern sind, aber nix da... Das ist ein Volk der Nudisten und viele von denen sind wirklich witzig. Es bringt echt Spaß mit denen zusammen zu sein.

Die Amis, die wir bisher kennengelernt haben, waren immer alle super freundlich. Junge Amis drehen auf Partys richtig am Rad, dagegen ist der Ballermann aber mal gar nichts. Wenn man Hilfe braucht, helfen sie einem bisher immer gerne bei (fast) allem. Dem Vorurteil zu felgen, denken wir ja, das die Amis dumm sind. So doof sind sie im Übrigen nicht, am Mittagstisch sitze ich häufig mit Steven aus New York zusammen. Was der aus Asien und Afrika weiß, da schlackern wir Europäer aber mit den Ohren. Er ist auch nicht das einzige Beispiel…


Note Leute (bis jetzt): B (Ohne Chris,Flavia, Alex, … eher im C Bereich)



San Diego


SD ist richtig richtig GEIL. Ein wunderschönes Downtown, was wirklich sauber ist. Wir haben hier viele verschieden Strände und auch die Strandumgebung ist sehr schön. Die Wirtschaftskrise ist an dieser Stadt komplett vorbei gezogen besonders in Strandnähe stehen tolle Häuser. Man kann SD mit Mallorca vergleichen. Sehr bergig und trotzdem viel Strand. Man kann hier Party machen oder sich zurück ziehen. Falls einem mal langweilig wird, kann man schnell (knapp 2std.) nach LA fahren und bekommt dann dort, was man vielleicht in SD nicht findet z.B. große Sportevents, Themenparks, etc. entsprechend einer Megametropole. Wenn SD nicht soweit von Deutschland entfernt wäre, würde ich gerne noch häufiger hierher zurückkehren. Ich glaube aber das wird ein Traum bleiben.


Note San Diego: A



Sonne


Bisher war das Wetter gut, aber häufig zu schlecht um an den Strand zu gehen, weil dort zu dieser Jahreszeit ab 15 Uhr eine dicke Wolkendicke über dem Pazifik liegt. Das Wetter ist aber meisten wirklich gut und wir hatten erst zwei Regentage. Ab Juli soll es hier auch heiß werden. Warten wir es ab.


Note Wetter: B



Blogleser


Feedback“ ist ein Geschenk!

So haben wir es in der Ausbildung gelernt. Wir haben keine Möglichkeit unsere Seitenaufrufe zu zählen oder Ähnliches. Bitte schreibt uns mehr Kommentare, damit wir auch merken, dass unser Blog überhaupt gelesen wird. So einen Blogeintrag zu verfassen dauert meisten so ca. 3 oder 4 Stunden. Deswegen schreibt uns doch bitte etwas zurück. Ihr müsst ja nicht nur schreiben „euer Blogeintrag war richtig nett…“ Seit kreativ, ihr wollt doch auch das wir kreativ sind. Schreibt uns, was ihr wissen wollt oder was euch nicht interessiert etc. Ihr macht das schon, unsere Freunde und Familie (Ihr) seit ja alles andere als doof.


PS. Member des Monats eindeutig meine „Mama“ und Jenny. @Mama: schreib aber bitte nicht immer wie überrascht du doch von mir bist. Was sollen denn die anderen Leser von mir denken…;)


Note Blogleser: C


Fazit:

Englisch: Jana A-

Steven B

Unterricht: Jana B+

Steven B

Campus/Zimmer: C

Essen: B+

Leute: B

San Diego: A

Wetter: B

Blogleser: C

_________________________________

Schnitt B


Sieht doch eigentlich ganz gut oder? Uns gefällt es hier (Jana aber weniger als mir)!!! Zumindest so sehr, dass man hier in den USA noch sechs Monate bleiben kann. Was uns fehlt, ist die Familie, die Freunde, private vier Wände und gutes, gesundes Essen.

In den nächsten Monaten erwartet uns unser Praktikum, worüber wir noch überhaupt nicht geredet haben, was aber sehr zeitintensiv in der Planung ist, eventuell das Cambridge Zertifikat und eine längere Stippvisite an der Alliant Universität. Mehr dazu aber wenn es soweit ist.


Bis dahin eure Jana und Steven


PS: SCHREIBT KOMMENTARE UND BESUCHT UNSERE SEITE (nicht nur E-Mail lesen)!!!


1 Kommentar:

  1. Da hast Du dich ja mal wieder ins Zeug geschmissen, genauer geht es ja schon fast gar nicht mehr! Man hat das Gefühl man ist direkt dabei, Klasse weiter so! Hier regnet es und er Sommer lässt auf sich warten! Was macht Euer Auto, wie ich hörte ist wohl alles wieder okay!
    Das mit dem Internet ist total schade, scype kann somit nicht stattfinden!
    Wie sagst Du immer so schön ein"Feedback" ist ein Geschenk, sehe meine Kommentare zu Deiner Person doch mal positiv und als Geschenk! Es freut mich Dich so zu erleben! Mein Erstaunen ist positiver Natur!
    Die Details vovon SD, Schule, Campus und Teilnehmer finde ich super spannend, auch das unsere Kochkünste und unserer Heim vermisst werden! Aber der Rest , Leben, Land und Leute und das Wetter, sobald der Sommer kommt, werden dann positiv überwiegen!
    Ich denke auch mal, dass Du mich mit den Kommentaren an sonsten nicht meinen kannst, da ich regelmäßig meinen Teil versuche dazu bei zutragen! Jeder Bericht von Deiner/Eurer Seite wird gelesen, ausgedruckt, weitergeleitet und archiviert!
    Ich freue mich jedes Mal riesig über die Berichte!
    Liebe Grüße aus dem verregneten Hamburg!
    Homay

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